Sportpferde im Offenstall

Bericht des Pferdemagazins "Reiter revue Österreich" vom 15.04.15

Über die Vorteile einer artgerechten Pferdehaltung herrscht heute weitgehend Einigkeit - mit einer Ausnahme: Sportpferde, zumal solche der gehobenen Leistungsklasse, werden nach wie vor gerne in Einzelboxen gehalten. Dabei ist längst nachgewiesen, dass auch Sportpferde von artgerechter Haltung profitieren.


Mit artgerechter Haltung an die Weltspitze: Nip Tuck, das aktuelle Spitzenpferd des britischen Dressur-Olympiasiegers und Meistertrainers Carl Hester, wird ganzjährig im Herdenverband auf der Weide gehalten. Bei den Weltreiterspielen in Caen 2014 belegte der groß gewachsene Don-Ruto-Sohn Rang 12 in seinem ersten Jahr auf Grand-Prix-Niveau. © FEI / PSV J. Morel

 

Trotz zahlreicher neuer Forschungsergebnisse und preiswerter innovativer technischer Möglichkeiten halten noch viele SportpferdehalterInnen an der Einzelhaltung fest, mit Argumenten wie erhöhtem Verletzungsrisiko, eingeschränkter Verfügbarkeit, Schwierigkeiten beim Eindecken geschorener Turnierpferde, beschlagenen Hufen, negativem Einfluss auf die Ausdauerleistung sowie Motivations- und Leistungsdepression. Dass es sich bei diesen vermeintlichen Argumenten vordergründig um tief verwurzelte Vorurteile hält, zeigen nicht nur zahlreiche Studien, sondern auch SpitzenreiterInnen wie beispielsweise die britischen Dressur-Superstars Carl Hester und Charlotte Dujardin oder Deutschlands Vorzeige-Dressurreiterin in Sachen Umgang und Pferdehaltung, Uta Gräf.

Tatsächlich sind die die physischen und psychischen Verbesserungen infolge einer Gruppenhaltung mit viel Platz gerade Pferden, die sich auf einem hohen Leistungsniveau befinden, überaus zuträglich: Die täglich frei zurückgelegten Strecken bewirken eine Erhöhung der Grundkondition, das Immunsystem wird durch naturnahe Umweltbedingungen gestärkt, das Nervenkostüm durch ständige Außenreize stabilisiert. Eine abwechslungsreiche Bodenbeschaffenheit macht Hufe widerstandsfähig, die dauerhafte Aktivität sorgt für strapazierfähige Sehnen, Bänder, Muskeln und Knochen. Auch der Sportlerrücken profitiert dank ungehinderten Wälzens und bodennaher Fütterung von einer naturnahen Haltung, ebenso die Atemwege, die durch den beständigen Austausch mit Frischluft sauber und gesund gehalten werden. Dank der kontinuierlichen Bewegung bleibt die Verdauung in Schwung. Und nicht zuletzt wirkt sich artgerechte Haltung auch auf die Psyche des Pferdes aus: Durch das ständigen Ausleben von Komfortverhalten werden die vierbeinigen Athleten zufriedener, ausgeglichener und leistungsbereiter.

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